Im ersten Spiel an diesem Februarwochenende in der Nordliga der Frauen gastierten die Barleber Damen beim ewigen Kontrahenten aus Irxleben. Die Vorzeichen waren eindeutig. Irxleben gewann in der letzten Saison beide Duelle mit jeweils 5 Toren Differenz. Auch in diesem Jahr läuft es für die 1919er richtig gut. Lediglich ein Remis, und das gegen den designierten Meister vom BSV 93, standen insgesamt 7 Siegen gegenüber.

Nur auf Grund der fehlenden Spielanzahl, stand der SVI aktuell auf Platz 4. Direkt davor die Barleberinnen, die mit 5 Siegen in Folge aufwarten und sich selbst wieder in eine aussichtsreiche Position um den Platz hinter den beiden Staffelfavoriten gebracht hat.

Während die Barleberinnen planmäßig fast aus dem Vollem schöpfen konnten, gab es kurz vor Beginn noch 2 Hiobsbotschaften. Kreisläuferin Anika Bortfeldt und Torfrau Gina Lindau mussten grippegeschwächt ihren Einsatz absagen. Und so sah man auf beiden Seiten eher weniger Alternativen, wobei die Gastgeberinnen aktuell noch mehr Personalsorgen vor sich herschoben. Ohne etatmäßigen Rückraum ging es nun für die Irxleberinnen ins Spiel gegen eine Barleber Mannschaft, die sich nach den inneren Unruhen in den letzten Monaten gefangen hat und die derzeit beste Saison der letzten Jahre spielt.

Das Tore werfen eröffneten die Gastgeberinnen. Doch die Gäste lassen sich nicht lumpen und ziehen direkt nach. Nach 6 Minuten steht es bereits 4:4, und da war noch lang nicht jeder Angriff ein Treffer. BHC-Torfrau Sophie Brinkmann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 4 "Saves" in ihrer Statistik stehen, und es sollten noch viele mehr dazu kommen. Auf der Gegenseite sah man ein hohes Maß an Effektivität. Die Barleberinnen spielten so lange wie möglich, ohne dabei aber das Spiel zu verschleppen. Sie fanden bis hierher noch nicht die großen Lücken in der Deckung. Doch die eigene Deckung, im Einklang mit dem Torhüter, übernahm nun das Spielgeschehen. Irxleben brauchte tatsächlich 11 Minuten, um in der 18. erstmals wieder erfolgreich einnetzen zu können. Mit dem Tor zum 5:8 nahm Trainer Lindau die erste Auszeit. Nicht, um den Spielfluss des Gegners zu stören, vielmehr, um der Mannschaft eine Verschnaufpause zu geben und die Sensoren zu alarmieren. Irxleben verkürzte prompt auf 7:8 und ließ sich nun nicht abschütteln. Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs, schraubten die Gäste das Ergebnis wieder in die Höhe. 17:13 aus Sicht der Barleberinnen war ein sehr gutes Halbzeitergebnis, womit man vor dem Spiel nicht unbedingt hätte rechnen können. Doch in der Pause - meist wie immer - der mahnende Fingerzeig. Am 01.11.2018 führten die Barleberinnen in gleicher Höhe, schraubten das Ergebnis mit dem Start in Durchgang 2 sogar nochmal hoch, verloren dann in den letzten 20 Minuten aber das Spiel. Auch der Verweis auf die eigene Leistung bei der BSV-Niederlage kam zu Sprache. Ja nicht zu leicht angehen, ja nicht zu schludrig werden. Immer weiter konsequent den Spielfluss stören und im Angriff kaltschnäuzig erfolgreich sein.

Während die Barleberinnen motiviert in Abschnitt 2 gingen, fehlte bei den Irxleberinnen irgendwas. Dies sah auch SVI-Trainer Görlich und griff bereits nach 5 Minuten zum 2. Time-Out. Die Ansprache war für alle in der Halle deutlich hörbar. Doch des Gegners Frust, war des eigenen Freud. Binnen 10 Minuten schraubten die Barleberinnen die Führung erstmalig auf 9 Tore hoch. 13:22, noch 20 Minuten. Erneut der Gedanke an das letzte Gastspiel in der Wildparkhalle. Doch in diesem Spiel lief alles für die Barleberinnen. Während die Deckung noch immer nicht den Eindruck erweckte, leichte Tore zuzulassen, hatte der Angriff nun richtig Spaß. Wenn es läuft, dann läuft es. Und der Trainer ließ es laufen. Zwischen der 40. und 50. Minuten versuchte der SVI nochmal alles, um sich gegen die Niederlage zu stemmen. Doch mit fehlenden Alternativen und quasi keinem Druck aus dem Rückraum, war dies ein Unterfangen, was zum Scheitern verurteilt war. Und die Gäste? Die zeigten ein Gesicht, was man schon einige Jahre nicht mehr gesehen hat. Spielfreude und den Zug zum Tor gepaart mit einer gnadenlosen Effektivität schraubte das Ergebnis in den Schlussminuten in die Höhe.

Am Ende jubeln die Barleberinnen über einen 39:25 Sieg, der auch in dieser Höhe durchaus berechtigt ist. Klar muss man gestehen, dass man heute gegen einen Gegner gespielt hat, der quasi nur aus Außenspieler besteht. Aber am Ende fragt auch keiner, warum die Bayern schon wieder Meister sind. Die Barleberinnen setzen sich nunmehr oben fest. Platz 3, der bereits so weit weg schien, als man nach 5 Spielen mit 4:6 Punkten dastand, aber nun, mit 6 Siegen in Folge, wieder mehr als greifbar ist. Bei einem Jammern auf hohem Niveau ist zu vermerken, dass lediglich Sophie Brinkmann es nicht geschafft hat, sich in die Torschützenliste einzutragen. Doch mit ihren Paraden hat sie selbst genug zum Sieg beigetragen.

Am nächsten Wochenende kommt es zum Vereinsduell gegen die Zwoote. Direkt nach diesem Spiel startet für die Barleberinnen die "CrunchTime". Weferlingen im Pokal, beim BSV, zu Hause gegen Biederitz und Weferlingen, sowie im Idealfall auswärts im Pokalhalbfinale gegen Irxleben. Binnen einem Monat 5 Spiele, die den gesamten Saisonverlauf entscheiden. Doch mit der gezeigten Leistung vom heutigen Spiel, braucht man sich vor niemanden verstecken, auch nicht vor dem BSV.

BHC: Brinkmann (2/6) - Gabriel 2, Schaarschmidt 8, Bogdahn 12, Schmidt 2 (1/1), Breustedt 4, Blume 4, Uniewski 2, Kobilke 2, Feige 3