Samstagnachmittag, die Damen des MTV Weferlingen gegen die des Barleber HC, wobei die Gäste wie immer leichter Favorit sind. Viel vorgenommen, wenig erreicht und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So oder so ähnlich lief es in den letzten Jahren für die Nordmagdeburgerinnen. Meist mit hohen Erwartungen angereist, wurde man nach 60 Minuten klar geerdet und musste ebenso häufig gesteckte Ziele ad acta legen. Doch damit sollte nun endlich Schluss sein.

Mit 3 Siegen aus 3 Spielen im Gepäck, wollte man weiterhin ungeschlagen bleiben, um auch für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Nicht schon wieder sollte Weferlingen der Stolperstein auf dem Weg zu Edelmetall sein. Nicht schon wieder wollte man seine Träume und Ziele in der Allertalhalle begraben.

Nach 2 bis 3 Minuten des Abtasten nahm der BHC-Zug Fahrt auf. Steffi Blume mit dem ersten ihrer 8 Treffer eröffnete den Torreigen. Die stetige Führung konnten die Gastgeberinnen nur zu Beginn doppelt ausgleichen. Danach gab es kein Halten mehr. Schnell setzte man sich auf 4 Tore (4:8 - 10.) ab und behielt den Vorsprung bei. Die Betonung liegt hier auf schnell. In den ersten 20 Minuten hatten die Barleberinnen effektiv nur 25% Ballbesitz. So gut wie jeder Angriff ging im Vollsprint auf das Weferlinger Gehäuse. Ja, nicht jeder Angriff war ein Treffer, aber die Art und Weise, wie die Gäste anrannten, war beachtlich. Sicherlich sah man auch den Ärger in den Gesichtern der Horn-Sieben über vergebene Chancen, doch der Wille, den fehlenden Torerfolg über die Abwehr wieder auszugleichen, war am heutigen Samstag immens. Nach 22 Minuten und einer erstmaligen 7-Tore Führung, schalteten die Barleberinnen ein paar Gänge runter und versuchten sich bis zum Pausentee selbst im geordneten Positionsspiel. Doch irgendwie gelang der Zugriff nicht so recht. 2 Minuten vor dem Ende, waren die Gastgeberinnen bei 11:13 plötzlich wieder ran. Die Gäste nutzten ihr erstes TeamTimeOut um sich neu zu sortieren. Zur Pause konnte man nochmal doppelt erfolgreich einnetzen und mit 15:11 sich in die Sauna, äh Kabine begeben.

Insbesondere die letzten 10 Minuten wurden angesprochen, die Marschroute für die 2. Halbzeit festgelegt und trotz erhobenem Zeigefinger an das große Ganze erinnert.

Der 2. Abschnitt ist dann doch deutlich schneller erzählt. Während die Weferlingerinnen ihre Angriffe lange ausspielten, sich gute Wurfmöglichkeiten erarbeiteten, diese dann aber vor dem Abschluss unterbrochen wurden oder zu ungenau aufs BHC-Gehäuse flogen, fackelten die Gäste nicht lange und machten da weiter, wo sie aufgehört hatten. Anstatt den Ball behutsam nach vorn zu tragen, schaltete die Mannschaft blitzschnell um, griff in der 1. und 2. Welle stets in Überzahl an, und belohnte sich am Ende meist mit dem Torerfolg. Den Allertalerinnen fehlten in der 2. Halbzeit einfach die Körner, um die Barleber Gier zu unterbinden und sich der Niederlage zu erwehren. Am Ende siegten die BHC-Damen mit 31:20 in Weferlingen und untermauern ihre Ambitionen auf die Edelmetalle. Die Frage stellte sich bisher immer nach der Farbe, doch wenn nach dem Spiel einer der härtesten Gegner auf eben jenes Edelmetall einem Respekt zollt - Holt euch den Meistertitel, ihr habt es euch verdient. Richtig klasse was ihr heute gespielt habt - tja, dann kann man nur dankend annehmen.

Doch auf Barleber Seite will man sich nicht ausruhen. Aktuell ist stets im Hinterkopf, dass jedes Spiel das letzte sein kann. Zu Ungewiss ist die handballerische Zukunft in der aktuellen Situation. Und so erwartet man an Halloween die Damen des MSV 90 in der Mittellandhölle. Auch hier waren in den letzten Jahren Sieg und Niederlage immer sehr eng beieinander. Sollten die Gastgeberinnen aber erneut von Beginn an mit einer konzentrierten Gier auf den Torerfolg aufwarten können, dann ist das nächste Spiel nur ein weiterer Zwischenstopp auf dem Weg zum Edelmetall, solange es noch möglich ist.

BHC: Lindau (1/1), Brinkmann (1/2) - Bortfeldt 2 (1/1), Gabriel 1, Bogdahn 5, Schmidt 6 (1/1), Breustedt 1, Blume 8 (1/1), Uniewski 5, Kobilke 2, Feige 1 (1/1)