Auch 2 Tage nach Spielende ist man noch immer ratlos, warum die 2. Damen des Barleber HC mit einem 22:27 aus dem Pokal ausscheidet. Den Zuschauern in der Halle bot sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem sich der Gastgeber allerdings immer wieder selbst im Wege stand.

Während man vor der Stärke von Jennifer Adermann und der Wurfkraft von Susann Täger gewarnt war, schaffte man es nur, den Wirkungskreis von Adermann mittels Manndeckung einzuschränken. Gegen die Rückraumwürfe von Täger war man zu lange machtlos, obwohl man wusste, was kommt. Erst mit einer Umstellung in der 2. Halbzeit, gelang es auch hier, den Bewegungsradius einzuschränken.

Allerdings war dies nicht der ausschlaggebende Faktor. In all den Ligaspielen zuvor versuchte man teils verzweifelt, den eigenen Kreisspieler mit ins Spiel einzubinden. Leider funktionierte das mehr schlecht als recht. Und dieses Mal? Dieses Mal klappte es fast nach Belieben, doch leider blieb im ersten Abschnitt nix zählbares auf dem Scorebord liegen. Dies galt aber auch für alle Mannschaftsteile. Nach dem obligatorischen Abtasten waren es die Gäste aus Solpke, die sich ein 4-Tore Polster erspielten. Dies konnten die Barleberinnen bis zur 20. Minute noch halten (3:7 - 7:11), doch einfache Fehler im Aufbau wurden nun konsequent bestraft. Bis zur Pause lag man dann 8:17 zurück. Weder der Angriff, noch die Abwehr und auch nicht die beiden Torfrauen der Barleberinnen schafften es, dem Spiel bis dahin den Stempel aufzudrücken.

Zur Pause drei klare Anweisungen. Die Würfe aus dem Rückraum unterbinden, vorne die Buden machen und hinten auch mal einen halten. Worte, die mit Beginn des 2. Abschnitt wie Schall und Rauch verflogen. Bei 9:20 nach 35 Minuten kam die grüne Reißleine auf Seiten der Gastgeber. Man stellte die Deckung nun nochmal um und versuchte um Angriff mit 2 Kreisspielerinnen zu agieren. 11 Tore Rückstand sind machbar, aber nicht in der Verfassung, wie sich die 2. Frauen des BHC in den letzten Wochen gezeigt hat.  Mit Wiederanpfiff gab es prompt 2 schnelle Gegentore, sodass man nun mit 9:22 in Ruhe das Spiel ausklingen lassen konnte. Die Messen waren gelesen.

Doch dann passierte etwas mit der Mannschaft. Unklar, welche Situation die Initialzündung war. Doch mit einem vergebenen Konter und 2 schnellen Toren, der Auszeit auf Seiten der Solpkerinnen, sowie einem gehaltenen Strafwurf, alles binnen einer Minute, ging auf einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Woher auch immer auf einmal dieses Feuer kam, alle nutzen es. Seien es die A-Jugendlichen Kürbitz und Richter, die ihre ersten Tore im Frauenbereich erzielten, oder die ebenfalls A-Jugendliche Mölle, die die Kiste auf einmal sauber hielt, oder aber auch Schwarze und Kuhnert, die immer wieder die Tempogegenstöße forcierten und nun endlich die Abschlussquote nach oben schraubten. Selbst eine doppelte Unterzahl schreckte die Barleberinnen nicht ab. Sie haben sich endlich in einen Rausch gespielt. Tragischer Held wurde leider die vierte A-Jugendliche Doro Düsedau, die 3 Minuten vor dem Ende den Strafwurf zum 23:26 nicht verwandelte. Bei 4 Toren zurück und Weniger als 3 Minuten zu spielen, war das Feuer nun erloschen. Doch sie gaben nicht auf. Die Spielerinnen des Barleber HC zeigten bis zum Ende Moral und verabschieden sich mit einem 22:27 aus dem Pokal.

Die letzten 20 Minuten zeigten, dass doch alle wissen, was zu tun ist. Den Schwung, den Rausch, das Feuer der letzten 20 Minuten heißt es nun aufzubewahren, bevor es am 01.12. zum letzten Spiel vor der Weihnachtspause gegen den MSV 90 kommt.

Ein Dank geht an die A-Jugendlichen, die nicht nur einmal im Laufe dieser Hinrunde aushalfen und so für ein wenig Entspannung in der Personaldecke sorgten. Danke auch an Stephanie Kobilke, die in diesem Pokalspiel aus der 1. Mannschaft nach "unten" rutschte, um dafür zu sorgen, dass im Viertelfinale 2 Barleber Mannschaften stehen. Leider hat es nicht gereicht.

Ein großes Dankeschön auch an unsere Zuschauer, die uns vor allen in der Schlussphase nochmal den nötigen Schub geben konnten, dass wir überhaupt nochmal in Reichweite kamen.

BHC: Pletschke (0/1), Mölle (1/2) - Kürbitz 1, Scholz, Kuhnert 7, Jähner, Düsedau 2 (1/2), Büchner 2, Richter 1, Kobilke 2 (0/1). Schwarze 7 (1/2)