Am letzten Samstag mussten die Damen des Barleber HC II in die Ehlehalle zu Biederitz um sich dem klaren Favoriten zu stellen. Biederitz, bis dato mit 15:7 Punkten tendenziell Dritter der Liga, wusste natürlich selbst, dass man gegen die mit grade mal 2 Pluspunkten ausgestatteten Gäste, welche dann auch noch durch eine Wertung am "grünen Tisch" zugesprochen wurden, der absolute Favorit ist. Alles andere als eine klare und deutliche Niederlage der Gäste stand nicht zur Disposition.

Und genau da wollten die Barleberinnen ansetzen. Die Rolle des Underdogs ausnutzen. Man rechnete vielleicht mit etwas Überheblichkeit des Gegners, in Anbetracht der Rollenverteilung. Und so lieferte man sich in den ersten 10 Minuten einen offenen Schlagabtausch. Bis zum 4:4 wechselte die Führung stetig. Erst nach diesen 10 Minuten bestimmte der Underdog das Spielgeschehen. In der Deckung der Fels in der Brandung, im Angriff ein ständiger Unruheherd. Jennifer Gödecke zeigte einmal mehr, dass sie trotz langer Abwesenheit und einer komplizierten Rücken-OP nichts verlernt hat. Und die Eiche-Spielerinnen? Die wussten nun gar nicht, wie Ihnen geschah. Während Schwarze (2) und Stang die Führung auf 7:4 ausbauten, half nur der Rettungsanker "Auszeit", den Angriffsschwung zu unterbinden. Doch bis zur 20. Minute und einem 10:7 aus Sicht der Gäste, veränderte sich das Spiel kaum. Erst mit den notwendigen Wechseln kam ein kleiner Bruch in das Spiel der Zwooten. Auch reagierten die Heimsieben auf die nimmermüde Gödecke und verpasste ihr eine Manndeckung. Mit dieser kam das Angriffsspiel dann leider zum Erliegen. Mit einem 11:11 ging es zur Pause.

11:11, in einem Spiel, in dem es nur um die Höhe der Niederlage geht. Für die Gäste war dieses Ergebnis das Resultat monatelanger Arbeit. Endlich konnte man, wenn auch nur in Halbzeit eins, ein tolles Ergebnis verbuchen. Für den zweiten Abschnitt war klar, dass die Biederitzerinnen sich besser einstellen werden. Auch vermutete man, dass die Manndeckung beibehalten werden würde. Doch auch den nun im Angriff verfügbaren Platz wollte man für sich nutzen.

Gesagt, getan - nicht. Aus unerklärlichen Gründen schaffte man es ganze 15 Minuten nicht, den Ball im Gehäuse der Gastgeberinnen unterzubringen. Selbst 2 Strafwürfe landeten nur am Gebälk. Die letzten 10 Minuten bestritt man dann beginnend mit einem Spielstand von 23:12. Am Ende setzte es eine 30:18 Niederlage. Warum diese Niederlage so hoch ausfiel, trotz einer richtig guten ersten Halbzeit, ist bis heute nicht wirklich klar. Die ersten 20 Minuten im 2. Abschnitt, von denen man 15 Minuten lang das Runde nicht ins Eckige befördert bekommt, sowie eine dann gebrochene Moral sind es wohl, die hier den Ausschlag geben. Schaut man sich aber nun die erste Hälfte, sowie die letzten 10 Minuten an, dann sieht man, dass die Zwoote des Barleber HC in den letzten Monaten, auch durch ihre Neuzugänge und das Zusammenspiel mit den A-Jugendlichen, besser funktioniert.
Klar ging es in dem Spiel gegen einen Medallienkandidaten nicht darum, 2 Punkte zu holen. Doch wollte man am Ende des Spiels mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Zeigen, dass man noch da ist, auch wenn man spielerisch noch kein Spiel gewonnen hat. Doch diese 20 Minuten, also ein Drittel des Spiels, bestimmten dann am Ende doch den Gemütszustand. Allerdings war man zwei Drittel lang dem Gegner ein Ebenbürtiger.

Für die Zwoote ist jetzt erstmal 3 Wochen Pause, bevor es zum nächsten Medallienkandidaten geht. Im Spiel gegen die eigene 1. Mannschaft heißt es nun, weiter an den Leistungen anzuknüpfen, und das so lange, bis am Ende des Tages auf der Anzeigetafel ein Tor mehr steht, als beim Gegner.

BHC: Pletschke (1/4), Mölle (1/2) - Kuhnert 4, Düsedau, Richter, Stang 7 (3/5), Nicklaus, Hesse, Hinkel, Gödecke 5 (2/3), Schwarze 2