Zum ersten Heimspiel der Saison begrüßten die Barleber Damen den Aufsteiger aus der 2. Nordliga, den Magdeburger SV 90. Auch wenn die MSV-Spielerinnen Aufsteiger sind, konnte man zum einen zum Vorbereitungsbeginn bereits gegeneinander testen, und zum anderen kannte man sich bereits aus Zeiten, als es beim BSV 93 noch 3, bzw. in Gommern eine Damenmannschaft gab.

Der Gegner als solches war also kein Unbekannter. Unbekannt war lediglich, wie man selbst mit dem knappen Sieg vor Wochenfrist umging. Das Ziel war es, von Beginn an, selbst das Spiel zu bestimmen und nicht erneut, wie gegen TuS, einem immer weiter wachsenden Rückstand hinterherzurennen.

Die ersten Minuten waren doch ganz ordentlich. Schnelle Aktionen, die teils nur regelwidrig gestoppt werden konnten. So hatten die Hausdamen bereits nach zweieinhalb Minuten den ersten Strafwurf auf ihrer Seite. Leider fehlte hier Anne Breustedt noch etwas die Präzision, sodass es weiter 0:0 stand. In der 4. Minute zappelte dann endlich der Ball im Netz. Sehr schöne Ballstaffette im Vorfeld und im entscheidenden Moment der Pass nach außen. Cheyenne Huchel mit ihrem ersten Saisontor, die auf Grund der beruflichen und krankheitsbedingten Ausfälle ins kalte Wasser geworfen wurde. Doch was in den ersten 5 Minuten so schön anzusehen war, war die nächsten 10 Minuten dann nur auf Seiten der Gäste schön anzusehen. Man verlor völlig den Spielfaden, schloss überhastet ab und agierte in der Deckung zu passiv und hatte auch noch das Pech, dass Rechtsaußen Elisa Sergioli einen Sahnetag auf MSV-Seiten erwischte. Nach 14 Minuten zog der Trainer der Barleberinnen die Reißleine und nahm das fällige TimeOut. 3:9 stand es derweil aus Sicht der "Roten". Schon wieder ein Rückstand, schon wieder hinter rennen. Im Angriff lief es zwar, aber der Ball wurde nicht konsequent genug gespielt und mit dem letzten Willen untergebracht. Die Auszeit zeigte ihre Wirkung. Nach Umstellung der Abwehr stand diese deutlich besser und wirkte variabler und schneller auf den Beinen. So konnten unter anderem Anne Breustedt und Vanessa Uniewski einige technische Fehler erzwingen. Auch erwies sich der Torwartwechsel auf Franziska Mölle zu einem kleinen Glücksgriff. Was hier fehlte war allerdings noch immer das Umschaltspiel. Zu langsam wurden die Bälle nach vorn getragen. 1 bis 2 Konterpässe, die beim Mitspieler landeten, aber auch nicht 1cm kürzer hätten sein dürfen. Doch das Risiko wurde belohnt. Bis zu Pause kämpfte man sich auf 10:12 heran.

Die Pause nutzen die BHC-Spielerinnen, um nochmal zu fokussieren. Die Abwehr sollte weiter sicher stehen und das viel gepredigte Umschaltspiel endlich greifen.

In der zweiten Halbzeit sahen dann die gut 50 Zuschauer ein Spiel zweier Damenmannschaften auf Augenhöhe. Keine Mannschaft wusste es so Recht, die 2 Tore Vorsprung auszubauen bzw. zu egalisieren. Das Ergebnis pendelte stets zwischen 2 und 3 Toren. Erst 10 Minuten vor Schluss konnten die Magdeburgerinnen einen kleinen Vorteil erarbeiten. Beim Stande von 19:23 zog man das zweite Time Out. "10 Minuten, 4 Tore. Das ist alles machbar, aber man muss es wollen. Ich glaube an euch." So in etwa gingen die Barleberinnen wieder auf das Feld. Auch ein erneuter Wechsel im Tor des BHC sollte Früchte tragen. Und wie schon im Spiel gegen TuS zeigten die Heimsieben, dass auch zum Ende des Spiels noch mit ihnen zu rechnen ist. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Tor um Tor schrumpfte der Rückstand, ehe dann 4 Minuten vor Schluss Vanessa Uniewski den viel umjubelten Ausgleich erzielte. Das eigene Tor war in dieser Phase vernagelt. Das gegnerische Tor offen wie nie in diesem Spiel. Aber auch der Gästecoach reagierte und wechselte nochmal zu seiner stärksten Formation. Und die zeigten was sie konnten. Doch nun gab es an Gina Lindau im BHC-Gehäuse kein vorbeikommen. Binnen 8 Minuten 9 gehaltene Bälle, unter anderem 2 Strafwürfe und einen Nachwurf, welche auch noch am Kopf landete. 1 Minute vor Schluss, es stand noch immer 24:24, fehlte das Quäntchen Glück. Aus guter Wurfpostion, die Torfrau bereits per Aufsetzer geschlagen, landete der wohl letzte Wurf nur am Aluminium. Nun hieß es nochmal volle Konzentration, um wenigstens 1 Punkt zu behalten. Eine unglückliche Aktion in der Deckung und Strafwurf für den MSV 90. Gelang es wieder, den Gegentreffer zu verhindern? Kim Stang behielt die Nerven und netzte zum 25:24 ein. Doch noch immer waren 40 Sekunden auf der Uhr. Das T3 für die Barleberinnen wurde gezogen. Hopp oder Flopp, war die Frage. Leider verzettelte man sich bei einem Freiwurf aus guter Position, sodass am Ende nur ein direkter Freiwurf über Remis oder Niederlage entscheiden musste. Franziska Woyke, TopTorschützin auf Seiten des BHC an diesem Tage mit 12 Treffern, schaffte es, die Mauer zu überwinden, doch nach langen 60 Minuten, fehlte dem Ball die nötige Geschwindigkeit, um auch an der Torfrau vorbeizufliegen.

Eine knappe Niederlage, die über das gesamte Spiel gesehen vielleicht sogar in Ordnung geht. Die Magdeburgerinnen wussten mitunter sehr zu gefallen. Für unsere Barleberinnen geht es in 2 Wochen am 14.10. in heimischen Gefilden weiter. Man erwartet die Damen des Post SV Magdeburg. Betrachtet man die letzte Saison, so hat man doch noch einiges gegen einen der Meisterschaftsfavoriten wieder gut zu machen. 18:29 und 19:34 lauteten die Ergebnisse. Eine klare Angelegenheit. Doch die Barleberinnen zeigen in dieser Saison ein anderes Gesicht. Nun gilt es, dieses Gesicht auch über 60 Minuten zu zeigen.

BHC: Lindau (2/6), Mölle - Huchel (1), Gabriel (1), Muth, Breustedt (4/0), Stadler (1), Uniewski (4), Schell, Hesse (1), Woyke (12/3)