Zum 6. Spieltag der Nordliga Frauen, mussten die Barleber Damen um Geburtstagskind Stephanie "Kobi" Kobilke in die Wildparkhalle nach Irxleben. Viele kleine Neckigkeiten lockerten die Stimmung auf. Schließlich wird man nur 1x 29a....

Doch bevor das Spiel der Barleber Damen bei den Gastgeberinnen aus Irxleben richtig startete, wurde es ganz still in der Halle. Alle gedachten dem viel zu früh von uns gegangenen Trainer der 2. Mannschaft des BSV 93 Magdeburg, Jürgen Pilz. Viele der Anwesenden haben eine BSV-Vergangenheit, oder standen in anderem engeren Kontakt zu Jürgen, so auch der Trainer der Barleberinnen, der unter "Pilzi" das 1x1 des Handballtrainers erlernte.

Ein solcher Moment trägt oft dazu bei, den Fokus nicht auf dem Spiel zu haben, sondern gedanklich ganz woanders zu sein. Doch die BHC-Damen zeigten sich von Beginn an wach und spielten einen durchaus ansehnlichen Ball. Die Einzelmanndeckung gegen Alexandra Wolke, welche im letzten Spiel noch 14 Tore erzielte, zeigte Wirkung. Die Irxleberinnen hatten nur wenig Mittel gegen die agile Deckung. Einzig über die Rechtsaußenposition, sowie vom Strafpunkt aus gestalteten die Gastgeberinnen das Spiel offen. Und die Barleberinnen? Sie spielten endlich konsequent, wenn auch nicht mit dem letzten und unbedingten Willen. Doch in der ersten Halbzeit schaffte man es, den Gegner sowohl in der Deckung, als auch im Angriff zu dominieren. Zur Pause erfreute man sich über eine 15:14 Führung die deutlich höher hätte ausfallen müssen, wenn man vor dem Tor noch mehr Kaltschnäuzigkeit gezeigt hätte.

Doch endlich mal keinem Rückstand hinterherrennen. Endlich den Gegner im Griff haben. So startete man ohne große Wechsel in den 2. Abschnitt. Und Helenes Achterbahn nahm endlich richtig Fahrt auf. Binnen 8 Minuten schraubten die Gäste das Ergebnis über 17:14 und 19:16 auf 21:16. Das Umschaltspiel funktionierte in diesem Moment prächtig. Auch eine Zwischenzeitliche Auszeit der Irxleberinnen verpuffte erstmal. Betrachtet man sich die letzten Spiele der BHC-Damen, so konnte man fast erahnen, dass der Vorsprung nicht die notwendige Sicherheit gab. Die Achterbahn nahm die Abwärtsspirale und keiner wusste so recht, dem entgegenzuwirken. Auf die taktische Umstellung der Heim-Sieben, welche die weiterhin gut funktionierende Manndeckung, auf die Außenposition verlagerten, reagierten die Mannschaft und vor allem der Trainer der Barleberinnen viel zu spät, bzw. gar nicht. Und so kam es, dass die Irxleberinnen ein Mittel gegen mittlerweile völlig verunsicherte mit sich selbst hadernden, Gästen fanden und Tor um Tor aufholten. Auch die Bremse beim 20:21 Anschlusstreffer und Notbremse beim 29:26 - 5 Minuten vor dem Ende - verpufften. Im 2. Abschnitt verloren die Barleber Damen nicht nur die beruhigende Führung, sondern sahen sich plötzlich selbst 3 bis 4 Tore im Rückstand. Hinzu kam, dass man einfache Wurfchancen ausließ, Tempogegenstöße in den Händen des Gegners landeten und zu allem Überfluss auch noch das Irxleber Aluminium sich gegen die Barleberinnen stellte.

Aber dies allein ist nicht der Grund. Den größten Fehler im Spiel begann Trainer Marco Lindau, der schlichtweg nicht auf die taktische Änderung der Gastgeberinnen reagierte und viel zu spät mit dem Wechseln der Spielerinnen begann um neue Impulse zu setzen. "Ich war gedanklich nicht auf der Höhe. Die Niederlage muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich hab es verbockt." war das Resümee.

Doch aller Selbstreflektion zum Trotz, es muss weiter gehen. Und es wird weitergehen. Zum Karnevalsanfang am 11.11. treten die Barleberinnen zu ihrer ersten tatsächlichen Auswärtsfahrt in Weferlingen an. Weferlingen, die Mannschaft der Stunde, die in der Vorwoche einen 8-Tore Rückstand in einen Heimsieg verwandelte und am letzten Spieltag gegen die starken MSVlerinnen einen Auswärtssieg verbuchten. Wenn die Barleberinnen es schaffen, die Leistungen der ersten 38 Minuten abzurufen, verteilt über 60 Minuten, dann gelingt ihnen sicher der ersehnte Doppelpunktgewinn.

Danke wie immer an die Fans.

BHC: Brinkmann, Mölle - Bortfeldt (4/4), Huchel, Gabriel (1), Schaarschmidt (2), Muth, Bogdahn (5), Breustedt (4), Stadler (5/0), Uniewski (1), Kobilke (1), Feige, Woyke (4/3)