... mal wieder ein Doppelpunktgewinn für die Frauen des Barleber HC. Endlich wieder eine altbewährte Tradition vor dem Spielbeginn. Endlich wieder die alten BHC-Damen, bei denen die Gegner ungern in der Mittellandhalle gastierten.

Es hätte so schön sein können, war es aber nicht. Vorneweg, die wieder eingeführte Tradition und der Sieg der Barleberinnen war das Beste an diesem kalten Samstagnachmittag.

Es begann mit einer kleinen Überraschung beim Betreten der Kabine. BHC-Coach Marco Lindau versuchte, mit einem Tropfen Mut und einem Schluck "Flow" die Barleberinnen von Beginn an, in eben diesen "Flow" zu kriegen. Die letzten Spiele verpasste man stets den Beginn. Meist sah man sich nach einem Viertel des Spiels bereits 3 bis 5 Tore im Hintertreffen. Dieses Mal sollte es gegen die noch punktlose Reserve des HSV Magdeburg besser werden. Man wollte von Beginn an wacher und zielstrebiger, auch ein stückweit aggressiver sein. Was in der Deckung gelang, verpasste man im Angriff. Eine kompakte Abwehr machte es der sehr jungen Mannschaft um Routinier und Ex-BHC-Spielerin Kathrin Sill schwer, die Angriffe erfolgreich abzuschließen. Allerdings verpasste man es selbst, im Gegenzug, schon früh entscheidende Akzente zu setzen. So dauerte es auch bis 7. Minute, ehe Stefanie Schmidt mit dem ersten Tor des Tages etwas auf das Score-Board bringen konnte. Die nächsten beiden Angriffe wurden ebenso erfolgreich abgeschlossen, sodass man nach 9 Minuten mit 3:0 in Front lag. Aber der HSV spielte natürlich auch mit und so gelang es den Gästen nach 10 Minuten selbst erstmalig erfolgreich zu sein. In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, bei dem dann auch nach 18 Minuten und dem 5:6 erstmalig die Führung und bis zur Pause munter weiterwechselte. Bis zum Pausenstand von 11:11 ließen die Gastgeberinnen aber bereits einige klare Chancen aus und verzweifelten gleich mehrfach an der nächsten ehemaligen Spielerin, Vanessa Markstein, im Gehäuse des HSV Magdeburg.

In der Pause appellierte man nochmal an alle, konsequenter und mit mehr Schwung in den Angriff zu gehen. Die Bälle aus der Bewegung zu verwerten und  nicht wieder in den Standhandball zu verfallen.

Als wären die Worte nie gesprochen, sah man sich nach 10 gespielten Minuten im 2. Abschnitt plötzlich, aber verdient, mit 13:18 im Hintertreffen. Anstelle einer Auszeit, nahm man leichte Korrekturen in der Aufstellung sowie der Abwehrformation vor, die ihre Wirkung zeigten. Die Initialzündung war eine starke 1:1 Situation von Anne Breustedt, sowie dem folgenden Strafwurf von Anika Bortfeldt, die sich erneut vom Strafpunkt aus als Treffsicherste zeigte. Tor um Tor konnte der Rückstand abgegrast werden. Selbst eine Auszeit der Gäste unterbrach den "BHC-Flow" nicht. Phasenweise zeigten die BHC-Damen gute Spielzüge und konnten vor allem durch die immer besser funktionierende Abwehrleistung über schnelle Gegenstöße zum Erfolg kommen. Zwar haderte man immer noch mit nicht verwandelten klaren Torchancen, doch schien nun die Einstellung zu stimmen. Der Treffer zum 20:20 durch Stephanie Kobillke brachte Erleichterung bei den in rot auflaufenden Gastgeberinnen. Kleine Unkonzentriertheiten wurden aber durch die HSV-Routiniers Sill und Mrutzek sofort bestraft, sodass man 5 Minuten vor Ende mit 22:20 zurück lag. Bis zu diesem Zeitpunkt gelang es auch den beiden BHC-Torfrauen nicht, der nötige Rückhalt zu sein.

Das 2. Team-Time-Out wurde gezogen, um trotz zweier Tore Rückstand, nochmal Ruhe reinzubringen. Auch einmal Durchatmen war für die Sieben auf dem Feld angesagt, sodass in dieser Auszeit wenig gesagt wurde. In den letzten 5 Minuten legte nicht nur die Abwehr nochmal einen Gang zu, sondern auch Gina Lindau im Gehäuse, sodass die Gäste die letzten Minuten ohne Torerfolg abschließen mussten. Im Gegenzug gelang es, 3 Minuten vor dem Ende den Ausgleich zu erzielen. 22:22 hieß es nun. Endlich merkte man den Barleberinnen auch an, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. So war es auch Franziska Woyke, die kurz vorher noch regelwidrig gestoppt wurde und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen blieb, - diese Aktion wurde nur mit einem Freiwurf bestraft, welches seitens der Gastgeberinnen lautstark moniert wurde und mit "gelb" geahndet wurde - Verantwortung übernahm und 70 Sekunden vor dem Ende den Strafwurf eiskalt verwandelte. Die Sekunden tickten langsam runter, der letzte Gästeangriff verpuffte. Noch immer 30 Sekunden Angriffszeit bei eigener Führung. Klar sollte das T3 kommen. Nur wann? Erstmalig in dieser Saison spielten die BHC-Damen den Angriff ruhig aus. Das Passivzeichen ließ nicht lange auf sich warten, doch genau zu diesem Zeitpunkt lag die grüne Karte auf dem Tisch. 3 Sekunden noch auf der Uhr, angezeigtes passives Spiel und noch 2 erlaubte Zuspiele. Das sollte machbar sein. Doch scheinbar ohne Gehör wurde doch nochmal aufs Tor geworfen, obwohl die Vorgabe eine andere war. Glücklicherweise war das in diesem Moment egal. Sieg ist Sieg.

Mit 23:22 setzte sich der Vorletzte gegen den Letzten durch und verlässt mit diesem Sieg die Abstiegsränge. Endlich zeigen die Damen des Barleber HC eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der das eigene Ego hinten angestellt wurde, um gemeinsam für den Erfolg zu kämpfen. Mit mehr Kaltschnäuzigkeit und Zug zum Tor, wäre der Sieg auch deutlicher ausgefallen. Aber insgesamt 12 Torchancen vereiltete die Torfrau der Gäste, am Ende hat es dann doch noch gereicht. Endlich....

Am 08.12. steht das letzte Spiel der Hinrunde an. Und wie lässt sich die Hinserie besser ausklingen, als gegen den tiefstapelnden Meisterfavoriten von der Ehle, die Damen des SV Eiche 05 Biederitz. Aktuell mit 9:1 Punkte nur auf Grund des minimal schlechteren Torverhältnis auf Platz 2 hinter den Damen von Post SV Magdeburg. Doch wer weiß was passiert, wenn die Barleberinnen gleich und dann 60 Minuten lang im "Flow" sind und sich daran erinnern, dass Handball ein Mannschaftssport ist. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, eine Serie zu starten. Endlich....

BHC: Lindau (0/3), Brinkmann (0/1) - Bortfeldt (5/4), Huchel, Gabriel (1), Schaarschmidt (1), Muth (2), Schmidt (2), Breustedt (3), Stadler (1), Uniewski (1), Kobilke (3/1), Hesse, Woyke (4/2)