Nasskühle 6 Grad, Personalsorgen bei den Gastgeberinnen und den Ligaprimus in eigener Halle. Schlechter hätten die Zeichen vor dem Spiel nicht stehen können. Erstmalig in dieser Saison, brauchte keine der BHC-Spielerinnen bangen, nicht zum 14-köpfigen Spieltagskader zu gehören.

Lediglich 10 Feldspielerinnen und 3 Torhüterinnen standen zur Verfügung. Was grundsätzlich nicht schlecht ist, allerdings man das Fehlen von 3 Schlüsselspielerinnen wahrscheinlich nicht kompensieren werden können. Im Vorfeld sollten grundsätzlich motivierende Worte an das Team gerichtet werden. Doch unter den gegebenen Voraussetzungen und den abschließenden Trainingseinheiten, wusste man nicht so recht, wo der Weg heute hinführt. Ziel war es, bis zum Schluss zu kämpfen, egal wie das Spiel verläuft, egal wie hoch der wahrscheinlich drohende Rückstand ist. Erhobenen Hauptes wollte man das Feld verlassen.

Das Spiel begann, wie es zu erwarten war. Biederitz spielte einen schnellen Ball, agierte über Gericke aus dem Rückraum, als auch Hesse und Witte aus der Nahwurfzone. Bereits nach 8 Minuten führten die Eiche-Spielerinnen mit 5:2. Allerdings machte dieser Rückstand, den die Barleberinnen in dieser Saison gewohnt sind, keinen nervös. Die Gastgeberinnen spielten weiter ihr Spiel und schafften es, durch eine sehr bewegliche Deckung, und guten Zusammenspiel untereinander, die Räume zu schließen. Auch gelang es das viel zitierte Spiel gegen den Ball anzubringen. Und so erzielten die Barleberinnen fast unbemerkt nach 13 Minuten den Ausgleich zum 5:5 und in der Folge den 6:5 Führungstreffer durch Anika Bortfeldt, die sich erneut als 100%ige Strafwurfschützin zeigte. Im Gegensatz dazu, verwandelten die Biederitzerinnen lediglich einen ihrer Strafwürfe. Gelang es der Abwehr nicht, die schnellen Durchbrüche zu unterbinden, so hieß in dieser Phase die Endstation Gina Lindau im Gehäuse der Heimischen. Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs entwickelte sich ein sehr rassiges Spiel. Beide Teams konnten die guten Angriffsbemühungen nur noch regelwidrig unterbinden, sodass bis zur Pause, selten alle 14 Spielerinnen auf dem Feld standen. Hier nutzen die BHC-Damen den Vorteil und schraubten das Ergebnis über 8:6 (16.), 11:8 (21) auf 14:9 in der 25. Minute. Zu diesem Zeitpunkt machten die Gastgeberinnen einfach einen wacheren Eindruck, waren in der Deckung clever und im Angriff zielstrebig, hatten in den letzten Minuten allerdings ein wenig Pech mit der Genauigkeit. Die Biederitzerinnen hingegen erzielten noch 3 Tore bis zum 14:12 Halbzeitstand.

14:12 zur Pause? Für den BHC? Manch ein Zuschauer rieb sich zu Recht die Augen, wussten auch diese um das Fehlen der Schlüsselspieler. Mit der bisher gezeigten Leistung waren alle auf Seiten des BHC zufrieden. Vielleicht ein wenig zu zufrieden. Vielleicht war die Kraft nach 30 Minuten tatsächlich einfach aufgebraucht. Denn, dass das Tor zum 14:9 durch Mareike Stadler das letzte Tor für die nächsten 21 Minuten auf der Habenseite war, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner ahnen.

Die zweite Hälfte begann, wie die letzten Minuten aufhörten. Der Stachel, einem Rückstand zur Pause hinterherzurennen, schien sehr tief zu sitzen. Die Eiche-Spielerinnen wurden konsequenter in ihren Angriffsbemühungen und langten auch in der Deckung beherzter zu. Die Barleberinnen hingegen schafften es im zweiten Abschnitt nie, an die ersten 25 Minuten anzuknüpfen. Nach 14 Minuten und einem 9:0-Lauf, bei dem fast alle Biederitzerinnen sich in die Torschützenliste eintrugen, waren die Messen gelesen, der Drops gelutscht. Zu kräftezehrend war der erste Abschnitt. An dieser Stelle sei aber festgehalten, dass die Barleberinnen sich weiter teuer verkauften. Es haperte einfach an der Präzision im Angriff. Auch in der Deckung fehlten die entscheidenden Meter, die Lücken zu schließen. Ohne wirklich nennenswerte Ereignisse ergaben sich die Gastgeberinnen ihrem Schicksal und aber ihr Gesicht zu verlieren. Am Ende steht eine deutliche 19:29 Heimpleite, die so im Vorfeld auch in Ordnung gegangen wäre. Betrachtet man nun aber den Spielverlauf, ist es mehr als schade, dass man nur eine Halbzeit lang Paroli bieten konnte.

Die Hinserie ist nun vorbei. Man rangiert auf einem 8. Platz, welcher zum Nichtabstieg reicht. Allerdings haben alle Mannschaft noch Partien offen, sodass die genaue Platzierung wahrscheinlich erst nach der WM ersichtlich ist.

Es bleibt festzuhalten, dass die Barleberinnen weiter dabei sind, das Gesicht der letzten Saison abzulegen. Krankheits- oder berufsbedingte Ausfälle konnten - mit Ausnahme dem letzten Spiel - immer gut kompensiert werden. 2 deutliche Niederlagen gegen BSV und Irxleben, 2 unglückliche Niederlage gegen den MSV 90 und beim MTV Weferlingen, sowie die unnötige Niederlage beim FSV, stehen dem Punktgewinn gegen Post und den beiden Siegen gegen TuS und HSV Magdeburg gegenüber. Für die Barleberinnen geht es am 26.01.2019 erst weiter. Hier gastiert man dann im Lorenzweg beim zweiten Meisterschaftsfavoriten, dem man nun schon einen Punkt abnehmen konnte. Und wer weiß, was in 6 Wochen bis dahin passiert. Vielleicht ist dann sogar ein Doppelpunktgewinn drin. Man wird es sehen.

Wir bedanken uns bei unseren treuen Fans, wünschen euch und euren Familien besinnliche Advents- und Festtage, sowie einen guten Start ins neue Jahr.

BHC: Lindau, Mölle - Bortfeldt (4/4), Huchel, Gabriel (1), Schaarschmidt, (3), Muth (4/1), Bogdahn (2), Brinkmann, Schmidt, Stadler (1), Rodehau, Kobillke (4)