Am Samstag kam es in der Nordliga der Frauen zum Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die aktuell das Abstiegsgespenst zu Gast haben.

Während die Damen aus der Magdeburger Neustadt erst 2 Doppelpunktgewinne verbuchten, konnten die Gastgeberinnen vom Barleber HC nur 1 Punkt mehr ergattern. Somit kam aus zum Duell Drittletzter gegen Vorletzter - in Anbetracht der Tatsache, dass die letzten beiden als sportliche Absteiger gelten, ein sogenanntes 4-Punkte-Spiel. Die Vorbereitung auf das Spiel aus Sicht der Heimsieben war mehr als suboptimal. Viele Kranke und Verletzte, sowie ein Feueralarm zu Beginn der Trainingswoche und gar der Ausfall des Abschlusstrainings störte doch ungemein in der Vorbereitung auf dieses wichtige und richtungsweisende Spiel. Dennoch sollte die Motivation klar gewesen sein. Auf keinen Fall verlieren. Nicht nach 10 Minuten einem Rückstand hinterherrennen. Bloß nicht wieder so viele Fehler im Aufbauspiel machen und den Gegner zu leichten Toren einladen. Der Druck war hoch, doch was die Barleberinnen dann zu Spielbeginn zeigten, war der Weg zurück zur Leichtigkeit.
Aus einer kompakten Deckung heraus, die die Angriffsreihe der TuSsies vor enorme Schwierigkeiten stellte, gelang in der 14. Minute erst der 2. Gegentreffer aus dem Spiel heraus. Bis dahin zeigte sich der Barleber Angriff um Kobilke, Schmidt und Breustedt zielstrebig und gewillt, die Vorgaben umzusetzen. Bereits nach 11 Minuten konnte man einen 6-Tore Vorsprung (8:2) herausspielen. Wenige Gründe zur Korrektur bedarf es bis dahin. Im weiteren Verlauf kamen die Gäste zwar vermehrt zu Abschlüssen, doch scheiterten diese meist an der Deckung oder der gut aufgelegten Gina Lindau im BHC-Tor. Doch leider gelang es aus Sicht der Gastgeberinnen nicht, den Vorsprung weiter auszubauen. Der Schlendrian schlich sich so langsam ein, sodass Gegenstöße zu überhastet oder nicht konsequent ausgespielt wurden. Mit 15:8 ging es dann dennoch verdient zum Pausentee.

In der Pause wurde nebst viel Lob auch der mahnende Finger in die Runde gestreckt. Ja nicht auf dem Vorsprung ausruhen. Weiter konsequent und mit dem unbedingten Willen, das Spiel siegreich zu gestalten, galt es, die letzten 30 Minuten anzugehen.

Der Geist war willig, doch der Körper war schwach. So oder so ähnlich könnte man die erste Viertelstunde im zweiten Abschnitt beschreiben. Fast 7 Minuten dauerte es, bis Sophie Gabriel das erste Tor erzielte, die direkt darauf das nächste Tor zur ersten 9-Tore-Führung erzielte. Bis dahin verpufften die Gästeangriffe im Nirwana oder an der ebenfalls gut regierenden Franziska Mölle im BHC-Gehäuse. Doch dann, dann war wieder einmal Stillstand im Spiel des BHC angesagt. Während die Neustädterinnen ihren gewohnten Angriffsstil runterspielten und nur langsam aber sicher am Rückstand knabberten, zog man auf Seiten der Gastgeberinnen in der 45. Minute mittels TimeOut beim Stande von 17:13 die Reißleine. Die letzte Konsequenz, der unbedingte Wille musste wieder her, ohne sich dabei vom Spielstand verrückt machen zu lassen. Auch auf der Torhüterposition wechselte man nochmal zurück, um der Abwehr im Kopf die Sicherheit zu geben, einen weiteren schwer zu überwindenden Gegner hinter sich zu haben.
Und so starteten die Barleberinnen neu justiert in die Schlussviertelstunde. Das Spiel stellte sich schnell auf 5 bis 6 Tore Unterschied zu Gunsten der „Heimischen“ ein. Dieser Vorsprung wurde dann bis zum Ende von 25:19 verwaltet.
Ein Sieg, der alle für einen kleinen Moment etwas ruhiger schlafen lässt. Ein Sieg, der dem Selbstvertrauen gut tut. Endlich auch mal ein Sieg mit mehr als einem Tor Vorsprung. Ein deutlicher Sieg, der zu Beginn gefordert wurde, wurde eingefahren. Betrachtet man allerdings nur den 2. Abschnitt, den man mit einem Tor (10:11) verloren hat, und bedenkt man, wie viele Möglichkeiten liegen gelassen wurden, so muss man klar sagen, dass der Weg zurück zur Leichtigkeit angegangen wurde, das Ziel aber noch weit weg ist.

Diesen Weg weitergehen heißt es nun am kommenden Sonntag beim Nordpokalviertelfinale in Haldensleben. Erstmalig in dieser Saison gehen die BHC-Damen als klarer Favorit ins Rennen und wollen dieser Favoritenrolle auch gerecht werden. Anwurf in der kleinen Haldensleber Zollstraße ist um 14:30 Uhr. Und in 3 Wochen kommt es dann zum nächsten 4-Punkte-Spiel, wenn man die Damen des FSV Magdeburg in der Mittellandhölle erwartet.

BHC: Lindau, Mölle - Bortfeldt (3/2), Gabriel (3), Rosenow (1), Brinkmann (1/1), Osterburg, Schmidt (7), Breustedt (3/3), Blume (2/0), Stadler, Rodehau, Kobilke (3/1), Feige (2)