Erstmalig in dieser Saison fallen die nötigen objektiven und sachlichen Worte für diesen Bericht doch sehr schwer.

Schließlich sitzt der Schock über das Remis der Frauen des Barleber HC gegen die Gäste aus Fermersleben noch immer tief. Mit einem Sieg wollte man nicht nur die unglückliche Niederlage und das damit verbundene schlechteste Saisonspiel vergessen machen, sondern sich gleichzeitig von den Abstiegsrängen distanzieren und den Anschluss an das Mittelfeld wiederherstellen.
Mit wenigen Worten seitens des Trainergespanns Lindau/Schlöricke schickten sich die Barleber Damen an, einstudierte Abläufe aus dem Training im Spiel umzusetzen. Doch wie so häufig in dieser Saison war der Körper willig, der Geist schwach. In den entscheidenden Momenten versagten die Nerven. Für eine durchaus gute Abwehrarbeit, in der, vor allem im ersten Abschnitt, wieder einige Steals und technische Fehler provoziert werden konnten, schaffte es die Angriffsreihe nicht, sich dementsprechend zu belohnen. Sobald man das Tempo anzog und dem Gegner eigentlich keinerlei Abwehrmöglichkeiten ließ, scheiterte man im ersten Abschnitt noch am Gehäuse, im zweiten Abschnitt dann an den Nerven.

Mit einem einer 12:8-Führung wechselte man die Seiten. wie so oft in dieser Saison setzte, bedingt durch die Pausenführung, im zweiten Abschnitt sowas wie Selbstgefälligkeit - "irgendwie wird es schon reichen" - ein. Doch wieder einmal bestrafte der Gegner, welcher wie bereits im Hinspiel mit limitierten Angriffsbemühungen agierte und nur über die Distanzwürfe durch Lisa Grunert zum Erfolg kam, die Nachlässigkeiten der Barleber Damen. Der 4 Tore Vorsprung war schnell aufgebraucht. In den letzten 20 Minuten legte der BHC-Tross stets vor, doch die Gäste glichen prompt aus. Wenige Minuten vor Schluss schafften es die FSV-Damen erstmalig selbst in Führung zu gehen. Plötzlich sah man sich im Hintertreffen. Plötzlich sah man, dass man ohne Punkte dastehen könnte. Erst jetzt, und leider auch nur für einen kurzen Moment, zeigten die Gastgeberinnen wieder, was sie im Stande sind zu leisten. Und so glich man schnell wieder aus, setzte sich in der Folge wieder selbst in Front. Doch mit dem letzten eigenen Angriff hatte man bei 24:24 die Chance, das Ruder zum Doppelpunktgewinn doch nochmal rumzureißen. Doch der Körper war willig, der Geist war schwach. So waren es leider wieder technische Unzulänglichkeiten, die einem sauberem Torabschluss im Wege standen.

Betrachtet man die letzten Minuten, kann man froh sein, wenigstens einen Punkt auf der Habenseite verbuchen zu können. Schaut man sich aber das gesamte Spiel an, ist es ganz deutlich ein Punktverlust. Klar hatte man heute mit gleich 10 Alu-Treffern das Pech gepachtet. Doch es gab so viele andere Situationen, in denen man das eine Tor mehr hätte machen oder verhindern können. So viele Möglichkeiten, den "Sack" zuzumachen. Man sah es den Gastgeberinnen auch an, aber wenn der Kopf nicht mitspielt, ist aller körperliche Willen umsonst.

Nun gilt es, Das Ruder weiter an sich zu reißen, um wieder in saubere Fahrgewässer zu geleiten. Direkt am Samstag steht der nächste Gegner in der Mittellandhölle. Doch die Damen des BSV 93 Magdeburg kommen ganz sicher nicht, um als Verlierer das Feld zu verlassen. Auch hier gab es ein Hinspiel, bei dem den Damen des Barleber HC phasenweise jegliche Handballfähigkeit abgesprochen werden konnte. Erneut gilt es, das bestmögliche zu erreichen, um vielleicht doch - endlich - Luft nach unten schaffen zu können.

BHC: Lindau, Brinkmann - Bortfeldt (4/2), Gabriel (2), Schaarschmidt, Rosenow (1), Bogdahn (1), Osterburg, Schmidt (4/1), Blume (2/0), Stadler (1), Uniewski (4), Kobilke (5/2), Feige