Am vorletzten Heimspiel für die Barleber Damen in dieser Saison, erwartete man den Gegner aus der Magdeburg-Olvenstedt vom BSV 93.

Das Hinspiel ging nach zweimaligen 10 Tore Rückstand und Ergebniskosmetik der BHC-Spielerinnen mit 31:26 an den BSV 93. Während die Magdeburgerinnen weiter Tuchfühlung auf die Medallienplätze halten wollten, wollte die Heimsieben endlich Ruhe reinkriegen. Unter der Woche wurde viel gesprochen. Auch kritische Worte seitens der Mannschaft Richtung Trainergespann hinsichtlich nicht nachvollziehbarer Wechselspielchen und Aufstellungen wurden sachlich diskutiert und analysiert. Scheinbar kamen die Gespräche dieses Mal bei allen an. Von Beginn an zeigten die Barleberinnen, dass sie konzentriert und mit dem hin und wieder fehlendem Willen zu Werke gingen. Mit einer offensiveren Deckungsvariante versuchte man von Sekunde 0 an, das schnelle Angriffsspiel der Olvenstedterinnen zu unterbinden, was den Gegner bereits früh zwang, jenes Spiel umzustellen. Ganze 55 Minuten lang spielten die Gäste vom BSV 93 fortan mit 2 Kreisspielerinnen, um der offensiven Deckung entgegenzuwirken. Doch die Abwehr war gut eingestimmt. Es dauerte ganze 9 Minuten, ehe Susanne Schwarze das erste ihrer 5 Tore erzielen konnte, die sie allerdings nur im 1. Abschnitt verbuchen konnte. Eine kompakte Deckung, bedingt durch die 2 Kreisläufer zwang den Gegner förmlich zu Fernwürfe und Anspiele an den Kreis. Während man gegen die Fernwürfe noch nicht die passende Antwort fand, fanden die Kreisspieler überhaupt nicht ins Spiel. Der Mittelblock um Breustedt und Schaarschmidt hatte ihre Gegnerinnen meistens im Griff. Muth und Schmidt auf den Halbpositionen konnten einige technische Fehler provozieren und über ein schnelles Umschalten einfache Tore erzielen. Bis zur 20. Minute warf man einen 3-Tore-Vorsprung (9:6) heraus. Doch die ersten notwendigen Wechsel und Unkonzentriertheiten ließen die 93-erinnen in Schlagdistanz verweilen und bei 12:12 - 4 Minuten vor dem Pausentee - gar ausgleichen. Bis zur Pause konnte man das Tempo zwar weiter hoch halten, allerdings scheiterte man nun häufiger an einer gut aufgelegten Alexandra Lutze im BSV-Gehäuse, sodass die Gäste mit einer knappen 15:14 Führung in die Pause gingen.

In der Pause justierte das Gespann Lindau/Schlöricke die Abwehr und Angriffsreihen minimal. Mit dem Ziel, die 2 Punkte zu Hause zu behalten, ging es zurück auf das Parkett.

Den besseren Start erwischten allerdings die Gäste, die innerhalb von 3 Minuten erstmalig auf 4 Tore (14:18) davonziehen konnte. Doch Bortfeldt (2) und Schmidt (1) egalisierten diesen Vorsprung innerhalb weniger Sekunden fast gänzlich. Doch was dann in den folgenden 3 Minuten geschah, ließ nicht nur die Gäste, sondern auch alle anderen Anwesenden die Augen reiben. In Überzahl gelang es nicht, das Spiel breit zu machen, bis zur Chance zu spielen. Vielmehr verzettelte man sich in technischen Fehlern, welche die BSV-Spielerinnen zum Kontern einluden. Die Zeit der Überzahl musste man mit 0:3 abgeben, was in der 39. Minute einen Stand von 17:21 aus Sicht der Barleberinnen bedeutete. Gleichzeitig unterband man den Spielfluß durch das 2. Team-Time-Out. Das Trainergespann schaute in ratlose Blicke. Allerdings übernahmen die Spielerinnen selbst die Ansprache in dieser Auszeit. Worte, die zu fruchten schienen. Sah man vor dem "Boxenstopp" noch alle Felle davonschwimmen, wirkten die BHC-Spielerinnen plötzlich wieder hellwach. Wieder war es Bortfeldt (2), sowie Feige (1) und Blume (1), welche im ersten Durchgang nach sehr übermotiviert wirkte, die am Rückstand knabberten und in der 47. Minute auf 23:24 verkürzten. Ein gehaltener Strafwurf durch Gina Lindau, die im ersten Durchgang leistungsbedingt bereits früh durch Franziska Mölle ersetzt wurde, fand immer besser ins Spiel. Dieser Strafwurf war nochmal ein Wecksignal an alle. Unermüdlich kämpfte man geschlossen gegen eine drohende Niederlage. Geschlossen kämpfte man für den mannschaftlichen Erfolg. Das Ziel war auf einmal wieder greifbar nah, als Schaarschmidt und Breustedt mit einem Doppelerfolg nach dem 12:11 in Minute 25, 30 Minuten später die Führung zum 28:26 herauswarfen. Eine Zeitstrafe gegen Blume brachte die Magdeburgerinnen allerdings nochmal zum 28:28 Ausgleich. Mit dem 3. Team-Time-Out, bei noch 53 Sekunden Spielzeit war die Devise klar. Man wolle unbedingt auf Sieg spielen. Eine Zeitstrafe gegen den BSV spielte dem BHC-Team dabei in die Karten, sodass man 45 Sekunden vor dem Ende mit 29:28 in Führung gehen konnte. 45 Sekunden sind im Handball unendlich lang. Doch die Deckung agierte weiter konsequent, unterband das Anspiel an den Kreis und setzte die Halbpositionen ordentlich unter Druck. Der letzte Torwurf landete 20 Sekunden vor dem Ende neben dem Barleber Gehäuse. Der Sieg war eigentlich klar - eigentlich. Den Schlusspunkt setzte dann Stefanie Schmidt mit ihrem 9. Treffer an diesem Tag, 2 Sekunden vor dem Ende. An dieser Stelle sei ein Lob an Josephine Knoche vom BSV ausgesprochen, die in dieser Aktion keine Gegenwehr mehr zeigte. Zu oft haben wir es in dieser Saison noch erlebt, das hier noch am Arm gezerrt oder in die Seite gestoßen wird. Chapeau, liebe Josi.
Aber zurück zum BHC. 30:28 stand es auf der Anzeigetafel. Ein Sieg, mit dem sicher keiner gerechnet hat. Aber ein Sieg, der das Resultat vieler Gespräche ist. Ein Sieg, der auch nur zu Stande gekommen ist, wenn mein seine eigenen Bedürfnisse zurückschraubt und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. So waren Osterburg, Brinkmann und Rosenow gar nicht erst nominiert wurden. Nicht weniger hart traf es Stadler, Rodehau und Huchel, die zwar im Kader standen, aber nicht zum Einsatz kamen. Auch Gabriel und Kobilke, die nur sporadisch zum Einsatz kamen, zeigten in ihren Minuten auf dem Feld, dass sie sich vollständig in den Dienst der Mannschaft stellen. Es gibt eben auch solche Spiele, bei denen nicht alle zum Einsatz kommen. Aber, das kann man nun behaupten, ist das Abstiegsgespenst verjagt. Der Blick gilt mit den kommenden Partien nach oben. Weferlingen, MSV90 und der HSV sind machbare Gegner. Irxleben und Biederitz werden schwer, sind aber auch nicht unbesiegbar.

Wenn die Mannschaft weiter daran arbeitet, aus einer kompakten Deckung heraus, schnell in das Angriffsspiel zu schalten, dann sollten die Tore nach oben offen stehen.

Wir bedanken uns für die Unterstützung beim Spiel und hoffen, unsere Fans mit der gezeigten Leistung nach den letzten durchwachsenen Leistung ein wenig milde gestimmt zu haben ;-)

BHC: Lindau, Mölle – Bortfeldt (5/0), Huchel, Gabriel, Schaarschmidt (5), Muth (1), Schmidt (9/3), Breustedt (3/0), Blume (5), Stadler, Rodehau, Kobilke (1/1), Feige (1)