Am letzten Wochenende kam es in der Partie HSV Magdeburg II gegen den Barleber HC zum direkten Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die sich um den letzten Abstiegsplatz duellieren.

Dass das Thema Abstieg sowohl von den Gästen aus Barleben, als auch von den gastgebenden Damen des HSV Magdeburg ernst genommen wird, sah man vor allen im Aufgebot der Gastgeberinnen. Der HSV legte die Grauzonen der Spielordnungen wieder einmal zu seinen Gunsten aus und lässt gleich 3 Spielerinnen der 1. Mannschaft, welche auf Platz 3 der Sachsen-Anhalt-Liga steht, bei der 2. Vertretung auflaufen. Dass es sich bei diesen Spielerinnen nicht nur um Ergänzungsspielerinnen, sondern um Leistungsträger der Sachsen-Anhalt-Liga-Mannschaft handelt, verbesserten die Vorzeichen zum Spiel nicht wirklich.

Dennoch wollte man erneut als Einheit, als eine Mannschaft auftreten, die in dieser Saison, immer dann, wenn man als Underdog galt, die bisher besten Leistungen abrufen konnte. Und so gestaltete sich auch im Spiel gegen die offiziell zweite Vertretung des HSV Magdeburg ein offenes Spiel. Den Torreigen eröffneten die Gastgeberinnen nach 26 Sekunden. Doch im direkten Angriff glichen die Barleber Gäste wieder aus. Und so ging es munter weiter. Nach 10 Minuten gelang es den Gästen erstmalig den Vorsprung auszubauen (3:6). Doch die HSV-Spielerinnen ließen nicht locker, und glichen nach 15 Spielminuten wieder aus (8:8) und setzen sich in der Folge mit 2 Toren in Front. Bis zum Pausenpfiff schwankte die Führung der Magdeburgerinnen zwischen ein und zwei Toren. Bei 14:13 ging es in die Pause.

Die HSV Spielerinnen kam dann deutlich besser aus der Pause und setzen sich schnell auf 17:13 ab. Doch in dieser Phase zeigten die BHC-Spielerinnen, dass man sich auf sie verlassen kann, wenn sie als Einheit agieren. Ohne eigentlich notwendiger Auszeit egalisierten sie den 4-Tore Vorsprung binnen weniger Minuten (19:18 - 42.) und glichen wenig später zum 21:21 wieder aus. Mit einer etwas harten Schiedsrichterentscheidung und der Disqualifikation gegen Stefanie Schmidt 11 Minuten vor dem Ende, machte das Ziel, die 2 Punkte gegen den Abstieg zu erkämpfen, nicht leichter. Mit 3 Toren in Folge und einer erneuten 4-Tore Führung für die Gastgeber und der Tatsache, dass eine der treffsichersten Spielerinnen des BHC in den letzten Minuten nicht mehr teilnehmen kann, rannten die BHC Spielerinnen etwas ziellos und ohne Fortune gegen die durchaus schlagbare HSV-Deckung.

Am Ende steht eine 28:25 Niederlage zu Buche, die aus Sicht der Barleberinnen zwar schmerzlich ist, aber noch nicht das Ende aller Tage bedeutet. Eine Niederlage, die ohne die Disqualifikation und erst Recht ohne den Einsatz von Spielerinnen der Sachsen-Anhalt-Liga, mehr als vermeidbar gewesen wäre. Gern wäre man bereits am Samstag zum vorletzten Saisonspiel als feststehender Nichtabsteiger zum MSV 90 gefahren um völlig befreit aufspielen zu können. Aber so, so ist es wie es ist. Ein Sieg gegen den MSV 90 und eine zeitgleiche Niederlage des HSV Magdeburg gegen den bereits feststehenden Meister Post SV Magdeburg bedeutet der Verbleib in der 1. Nordliga. Trifft eines von beiden nicht ein, so müssen die Barleberinnen am letzten Spieltag beim Auswärtsspiel in Biederitz unbedingt punkten, um den Abstieg zu vermeiden. Auch wenn Meister und der 1. Absteiger bereits feststehen, ist in den letzten Partien der Liga noch genug Spannung geboten.

BHC: Lindau, Brinkmann - Gabriel, Osterburg (1), Schmidt (6/2), Breustedt (2/1), Blume (7), Stadler (3), Uniewski (4), Kobilke (1), Feige (1)