Nach fast zwei Jahren (es war damals der 13. Dezember 2014 und noch eine E-Jugend), war ich wieder einmal als Gast- bzw. Aushilfstrainer mit der mD unterwegs.

Und wie sollte es auch anders sein, wieder hieß der Gegner SC Magdeburg.

Der SCM stand, wie fast in jeder Liga üblich, ungeschlagen mit deutlichen Siegen gegen alle bisherigen Gegner an der Spitze der Tabelle. Aber das sollte natürlich kein Grund sein, den Kopf in den Sand zu stecken.
Der Slogan in der Kabine war einheitlich, heute wollten wir dem SCM zeigen, wo der Hammer hängt.

Los ging‘s, wir legten das 0:1, 1:2 und 2:3 vor und zeigten, dass wir nicht zum Spaß hier in der Gieseler Halle waren. Mit einer guten Manndeckung und einigen Ballgewinnen konnten die Jungs gut mithalten. Zur Mitte der ersten Halbzeit ging uns dann aber nach der letzten Führung (5:6) langsam die Luft aus und es schlichen sich einige Unkonzentriertheiten und Fehlwürfe ein. Nach einem letzten Ausgleich (7:7), hatte der SCM dann einen 4 Tore Lauf und baute seinen Vorsprung bis zur Pause auf 5 Tore aus (14:9).

Kurze Auswertung der ersten Hälfte, dann gab es Tipps für die zweite. Verschieben, Räume eng machen, gegenseitiges Helfen in der Abwehr, bewegen, kreuzen und somit Lücken in die gegnerischen Reihen im Angriff erarbeiten.

Gesagt, aber leider nicht getan. Sodom und Gomorra, das geordnete Chaos stürzte über uns herein. Oje, die Abwehr in der Kabine vergessen und vermutlich die Mannschaft heimlich gegen eine E-Jugend getauscht.
In der Abwehr war Zufassen eher gar nicht der Fall. Im Gegenteil, gefühlt fragte man den Gegner, ob er links oder rechts vorbei möchte und ob man eventuell im Wege steht.

Vorn im Angriff, dort sah der SCM bei eigener Abwehrarbeit auch nicht gerade berühmt aus, sahen unsere Jungs leider viel zu selten die offenen Scheunentore. Dazu kamen noch mehr technische Fehler, wie leichtsinnige bzw. ungenaue und teilweise überflüssige Anspielversuche. Anstatt völlig frei selber Druck in Richtung gegnerisches Tor auszuüben, wurden Mitspieler angespielt, welche durch zwei Gegner gedeckt wurden. Dazu wurden noch einige 100prozentige Chancen leichtfertig vergeben und generell wuchs die Fehlwurfquote mit zunehmender Spieldauer.

So kam es wie es kommen musste, während die Jungs ihren mitgereisten Eltern eine gute erste Halbzeit boten, zeigten sie in der zweiten Hälfte eine eher mäßige Leistung und verloren das Spiel deutlich mit 33:16.

Fazit: Auch wenn nach den ersten 10 Minuten einige aussahen als hätten sie gerade einen arathon hinter sich, denke ich, dass es nicht an der Kondition lag. Es fehlt an Konzentration, Übersicht und der Möglichkeit, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. 19 Fehlwürfe bei 16 Toren sind natürlich keine große Hilfe um ein Spiel zu gewinnen, aber es sind gute Ansätze zu erkennen.
Was bei den meisten stimmt, ist der Kampfgeist und der Wille Tore zu machen. Wenn es gelingt, aus den vielen guten Individualisten ein Kollektiv zu formen, dann sollte in naher Zukunft aus dieser Truppe eine wirklich kampf- und spielstarke Mannschaft wachsen.

Für mich bleibt zu sagen, es war eine schöne Erfahrung, zu sehen wie sich diese Jungs, von denen ich selber vor einigen Jahren noch etliche trainiert habe, entwickelt haben.
Macht weiter so, wachst zusammen und werdet ein TEAM, dann stehen euch alle Türen offen!!!

Danke auch an die mitgereisten Eltern und ihre Unterstützung.

Mit dabei: Nick (4), Paul, Emil (1), Lukas (7), Jannik, Raphael (3), Fritz (1), Jonathan, Aaron
Torhüter: Niklas (9 Paraden), Ronny (1 Parade)